Kinder Fahrradtouren

Im Sommer bieten sich Ausflüge ins Grüne mit der ganzen Familie besonders an. Beliebt sind dabei vor allen Dingen Radtouren. Sie haben nicht nur den Vorteil, dass man bei einem Ausflug mit dem Rad weitere Strecken zurück legen kann als zu Fuß, sondern sie stärken auch die motorischen Fähigkeiten und das Selbstbewusstsein von Kindern und erhöhen das Zusammengehörigkeitsgefühl der ganzen Familie.

Was spricht für Fahrradtouren mit Kindern?

Kinder sind kleine Entdecker und von Natur aus neugierig. Doch nicht immer ist es ihnen in ihrem Alltag auch möglich diese Eigenschaften auszuleben. Der Bewegungsradius von Kindern ist durch ihre Wohnsituation, starken Verkehr oder durch Zeitmangel der Betreuungspersonen eingeschränkt. Umso schöner ist es dann, wenn Kinder die Welt mit ihrer Familie gemeinsam auf dem Rad erobern können. Dieses Gefühl von Eigenständigkeit und Freiheit, welches bei einem Ausflug in unbekanntes Terrain entsteht, stärkt das Selbstbewusstsein der Kleinen.

Zudem lernen Sie neue Umgebungen außerhalb ihres gewohnten Umfeldes kennen und verarbeiten dadurch ganz neue Reize. Besonders Stadtkinder genießen die Ausflüge ins Grüne und können viel über die Natur lernen. Es ist wichtig für die Entwicklung der Kinder die eigenen Stärken in einer sicheren Umgebung kennen zu lernen und auch mal Hindernisse zu überwinden. Nirgendwo fühlen sie sich in den ersten 12 Jahren ihres Lebens sicherer als in ihrem Familienverband. Auch die motorischen Fähigkeiten und der Bewegungsdrang der Kinder werden durch familiäres Radfahren gefördert. Eine Fahrradtour hat für Kinder daher nur positive Aspekte, wenn sie gut vorbereitet, auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt und nach Sicherheitsaspekten ausgerichtet ist.

Wie bereitet man eine Fahrradtour vor?

Bevor Sie mit der Planung einer Fahrradtour beginnen können, müssen Sie sicher stellen, dass ihr Kind mit dem Straßenverkehr vertraut ist, ein passendes und verkehrssicheres Rad besitzt und ihren Anweisungen in kritischen Situationen unbedingt folgt. Wählen Sie für den Anfang möglichst autoarme Strecken aus, um ihre Kinder nicht durch Reizüberflutung zu überfordern. Es ist wichtig das Fahrtempo der Gruppe den Fähigkeiten des langsamsten Kindes anzupassen und es keinesfalls zu hetzen. Für kleinere Kinder sollten Sie Fahrradanhänger oder einen Kinderfahrradsitz organisieren. In einem Kinderfahrradsitz (Test) finden Sie zahlreiche gute Modelle. Solange ihr Kind noch unter 8 Jahren alt ist, müssen Sie bei der Planung ihrer zudem Route berücksichtigen, dass es ausschließlich auf Bürgersteigen fahren darf.

Sorgen Sie mit einer optimalen Kleidung dafür, dass ihre Kinder während der Tour nicht frieren, schwitzen oder nass werden, sonst kann sich die Tour leicht in eine Tortur verwandeln. Kleine Pausen und kindgerechte Sehenswürdigkeiten sollten Einzug in die Route halten. So sorgen Sie für Abwechslung und lassen keine Langeweile aufkommen.

Wie kann man die Kinder motivieren?

Grundsätzlich ist es gar nicht so schwer Kinder für eine Fahrradtour zu begeistern. Besonders sportliche und aktive Kinder sind meist leicht von einer Fahrradtour zu überzeugen. Doch bei längeren Touren oder eher ängstlichen Kindern ist einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten. Wichtig ist es den Ausflug in einem möglichst positiven Licht erscheinen zu lassen und attraktive Ziele und Zwischenziele zu erwähnen, die die Kinder unbedingt sehen möchten.

Beispiele dafür sind:

  • Abenteuerspielplätze
  • Seen oder Schwimmbäder
  • Eisdiele
  • Tierparks
  • Hüpfburgen etc.

Zudem ist es hilfreich darauf hin zu weisen, wie stolz man auf die Kinder ist, wie schnell sie gefahren sind oder wie gut sie auf ihr Geschwisterchen geachtet haben. Teilen Sie ihrem Kind kleinere Aufgaben zu, damit es sich nützlich und für die Gruppe wertvoll fühlt. Ist das Kind stolz auf sich, macht ihm der Ausflug gleich doppelt so viel Spaß. Bei manchen sehr wettkampfliebenden Kindern ist es das beste Motivationsmittel einen kleinen Tacho am Fahrrad anzubringen, damit sie ihre Geschwindigkeit messen können und nach der Tour ihren Freunden von ihren Erfolgen berichten. Achten Sie aber darauf, dass ihr Kind nicht zu übermütig wird.

Wie sollte die Tour strukturiert sein?

Keinesfalls dürfen Sie ihre Kinder überfordern. Die optimale Länge der Fahrrad Tour hängt nicht nur vom Alter des Kindes, sondern auch von seinen persönlichen Fähigkeiten ab. Fährt es jeden Tag mit dem Rad zur Schule oder bewegt es sich eher selten? Kinder, die noch nicht in der Schule sind, sollten keinesfalls mehr als 20 Kilometer am Tag fahren. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie lang die Tour sein sollte, wählen Sie besser die kürzere Strecke und nehmen zur Sicherheit eine Mitnahmestange oder bei kleineren Kindern einen Anhänger mit. Auch regelmäßige Pausen sollten unbedingt eingebaut werden. Diese können Sie mit einem kleinen Picknick versüßen.